Gerade ist mir ein Telefonat eingefallen, das ich neulich geführt hatte. Im Lauf des Telefonats kamen wir auf Textverarbeitungsprogramme zu sprechen und mir fiel wieder ein, dass ich zuerst Ende der 1980er Jahre mit irgendwelchen DOS-Programmen gearbeitet habe (die Baby Boomer werden sich an die grüne Schrift auf schwarzer Farbe erinnern), bevor für DOS-gewöhnte Augen die ersten WYSIWYG-Programme auf den Markt kamen – im Vergleich zu DOS geradezu sensationell!

Und dann war ich Anfang/Mitte der 1990er Jahre an der Uni in Kanada und habe dort einem Textverarbeitungsprogramm gearbeitet, das wirklich wunderbar funktionierte, das Formatieren, Setzen von Fußnoten etc. war wirklich ein Kinderspiel. In dem Telefonat fiel mir bloß nicht ein, wie dieses Ding damals hieß. Heute morgen ist mir diese Frage wieder in den Kopf gekommen und dieses Mal hat mir die Neugier keine Ruhe gelassen. Also habe ich nach Textverarbeitungsprogrammen geschaut und hab’s entdeckt: es war WordPerfect!

Weil mein Microsoft Office demnächst nicht mehr auf meine Rechner laufen wird (hier kommen seit einiger Zeit solche Meldungen, dass es jetzt nicht mehr unterstützt wird), brauche ich bald eine neue Textverarbeitung und bin daher zur WordPerfect-Seite, um das aktuelle Angebot zu sehen. Der Preis ist nicht gerade niedrig, aber wäre noch in Ordnung gewesen, denn meiner Erinnerung nach war WordPerfect damals um Längen besser als Microsoft Word. Der Vorteil: die Steuerungselemente werden angezeigt, so dass genau zu sehen ist (siehe das Video hier), welche Befehle wo gesetzt sind.

Neulich hätte ich Word vor Frust verbrennen können, als ich mit Fußzeilen und Seitenzahlen gekämpft habe. Bei einer kleinen wissenschaftlichen Arbeit hätten nämlich im ersten Teil bis zum Inhaltsverzeichnis römische Ziffern stehen sollen und im zweiten Teil ab dem Vorwort arabische Ziffern. Ich habe also Abschnitte gesetzt. Theoretisch hätten im ersten Abschnitt andere Fußzeilen und Ziffern stehen müssen als im zweiten Teil, aber obwohl ich Stunden nach Hilfetipps im Netz gekuckt und ausprobiert habe, ging es partout nicht. Wenn ich im zweiten Teil den Namen der Arbeit und die arabischen Ziffern in der Fußzeile einfügte, waren die auch im ersten Teil zu sehen. Wenn ich im ersten Teil etwas geändert habe, wirkten sich die Änderungen auch im zweiten Teil aus. Es war zum Verzweifeln.

Und was vor allem ärgerlich war: Ich konnte nicht sehen, was Word hier eigentlich wie verarbeitet, jedenfalls war das Ergebnis nicht so, wie es hätte sein sollen. Ich bin mir sicher, bei WordPerfect ist ein solches Problem auch heute noch schneller gelöst. Also war ich drauf und dran, das neue WordPerfect zu kaufen. Es gibt nur ein Problem: die haben WordPerfect nur noch für Windows. Seufz. Also werde ich doch bei diesem weniger gut steuerbaren Windows Word bleiben …

Das (früher) beste Textverarbeitungsprogramm

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