Das nicht-handschriftliche Schreiben hat sich in einem höchst rasanten Tempo weiterentwickelt – und mehr und mehr wird der Mensch für das Schreiben ganz unnötig.

Vor rund 200 Jahren wurden die ersten Schreibmaschinen entwickelt (Drais bezeichnete seine Maschine wegen der Tasten als Schreibclavier), aber viele Funktionen wie die Papier- oder Typenführung, ein über zwei Spulen laufendes Farbband, ein Umschalten von Klein- zu Großbuchstaben oder die Anordnung der Tasten kamen erst in den nächsten Jahrzehnten hinzu. 1902 wurde die erste elektrische Schreibmaschine in den USA entwickelt, sie konnte sich allerdings nicht durchsetzen (in manchen Gegenden war noch gar kein Strom vorhanden).

In Deutschland erschien 1921 eine erste per Elektromotor angetriebene Schreibmaschine, diese scheint aber noch höllisch laut gewesen zu sein – so wurde in den folgenden Jahren auch die Lautstärke verbessert. 1962 brachte IBM die erste Kugelkopfschreibmaschine auf den Markt.

Ende der 1980er Jahre kamen jedoch erste Textverarbeitungsgeräte auf den Markt, bei denen die Buchstaben und Wörter (wie bei einer Schreibmaschine) nicht gleich auf Tastendruck zu Papier gebracht wurden, stattdessen wurden die Tastenanschläge gespeichert und erst auf Knopfdruck ausgedruckt. Auch die Möglichkeiten der Formatierung mit fett, kursiv, unterstreichen, Einzügen usw. waren bei diesen Textverarbeitungsgeräten schon deutlich besser. Und gleichzeitig kamen die ersten Heimcomputer auf den Markt, die ganz neue Möglichkeiten der Textformatierung und -speicherung hervorbrachten. Die Kombination PC und Drucker ersetzte die Schreibmaschine.

Ob mit Schreibmaschine oder mit PC: es brauchte stets einen Menschen, der die Buchstaben tippte und die Sätze schrieb. Und selbst das ändert sich gerade: schon seit einiger Zeit werden einfache Berichte von Sprachprogrammen geschrieben, meist waren es Berichte von kleineren Sportereignissen, da hier bestimmte Formulierungen immer wieder auftauchen.

Jetzt wurde bekannt (siehe die Meldung auf t3n), dass beim Finanzdienst Bloomberg eine Textsoftware im Einsatz ist, mit deren Hilfe bereits 30 Prozent aller journalistischen Texte zum Teil oder vollständig geschrieben werden. So werden Meldungen mit Unternehmenszahlen inzwischen automatisch analysiert und als eigene Meldung formuliert. Wie der Bloomberg-Chefredakteur John Micklethwait auf der Innovationskonferenz erklärte, kann Bloomberg mit der Automatisierung über mehr Unternehmen und Themen zu berichten, aber: „Zugleich bestehe die Gefahr, dass man die Menschen mit zu vielen von Maschinen erstellten Inhalten überflute“.

Manchmal ist weniger vielleicht doch mehr …

Von Schreibmaschinen zum Maschinenschreiben

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