Schreibmaschinen gibt es noch, jedes Jahr werden noch einige tausend produziert und verkauft. Die Meldung in der WELT hat mich überrascht und gleichzeitig erfreut. Mit der Schreibmaschine sind für mich schon noch einige Erinnerungen verbunden. Als Kind habe ich gern völlig sinnfrei auf der Schreibmaschine meines Großvaters herumgetippt, später kam die elektrische Schreibmaschine meiner Mutter, auf der ich dann angefangen habe, Schulsachen zu tippen.

Im Studium habe ich mich die ersten Semester noch damit geplagt, meine Seminararbeiten erst handschriftlich zu schreiben und dann mühsam auf der Schreibmaschine abzutippen. Blöderweise gab es immer diese Fußnoten, die unten noch auf die Seite passen mussten und manchmal habe ich mich mit dem richtigen Abstand verschätzt. Wenn ich zum Beispiel eine Fußnote mit einer Anmerkung hatte, die ungefähr fünf oder sechs Zeilen benötigen könnte, habe ich entsprechend früh mit dem Fließtext aufgehört und dann die Fußzeile ergänzt – und plötzlich hätte ich sieben Zeilen gebraucht und die haben nicht mehr aufs Papier gepasst. In diesen Situationen habe ich immer angefangen zu meckern und zu fluchen, habe ein neues Blatt Papier genommen, die ganze Seite nochmals abgetippt, allerdings dann noch früher aufgehört, damit diese doofe Fußnote noch vollständig Platz hat.

Achja, und dann habe ich mir von einem Studentenjob das Geld gespart und meinen ersten eigenen Computer gekauft, einen ATARI ST40. Gott, was habe ich dieses Ding geliebt! Absätze und Seiten formatieren wie ich will! Neue Zeilen einfügen, so oft ich will. Absätze streichen. Oder am Ende einfügen. Was bin ich glücklich über Computer und ihre Textverarbeitungsprogramme!

Und doch ist es irgendwie schade, dass Geklapper von Schreibmaschinen nicht mehr zu hören …

 

Die Schreibmaschine ist noch nicht tot!

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