Nur kurz zwischendurch in all dem Trubel: gerade eben trudelt eine Spam-Mail in mein Postfach rein, wohl aus Anlass des Muttertags. Am Anfang der Betreffzeile, die ich in der Übersicht sehe: Hübsche Blumen für Mutti – brrr, denke ich, was ist denn „Mutti“ für ein Wort? Also entweder das sachliche „Mutter“, wie es ein erwachsener Mensch sagen würde, oder das emotionale „Mama“, wie es zur Lebensphase als Kindes passt. Aber „Mutti“? Da fallen mir eher negative als positive Assoziationen ein. So eine Art von Brian wie in „Das Leben des Brian“, der sich gar nicht recht gegen seine Mutti zu wehren weiß. Oder neuerdings die Bundesmutti. Auch keine besonders schmeichelnde Assoziation. Und jetzt das zum Muttertag: hübsche Blumen für Mutti.

Und dann geht mein Blick weiter und was sehe ich? Den Rest der Zeile: Hübsche Blumen für Mutti – einfach liefen lassen

Eigentlich wollte ich wortlos löschen. Aber dann war doch meine berufliche Neugier geweckt. Ob’s wohl so weiterginge?

Ja, es ging so weiter. Fehlerfrei sieht anders aus: Es gab ein  „Lastminute Angebot“ ganz ohne Bindestrich. Das Angebot war ein „5 Euro Gutschein“, ebenfalls ganz ohne Bindestriche. Und ich darf aus der Muttertagskategorie einen Lieblingsblumenstrauß aussuchen und meiner Mama „zu Ihrem Ehrentag“ (sic!) eine tolle Überraschung machen. Und dann: „Aber Du musst schnell sein, denn dieses Angebot gilt nur bis 8.5.“ Wie bitte? Seit wann bin ich mit diesen Menschen per du? Ich kenne diese werbespammende Firma noch nicht einmal. Die hätten ein paar ihrer (jawoll, kleingeschrieben!) 5-Euro-Gutscheine besser gespart und dafür ihren (jawoll, kleingeschrieben!) Text korrigieren lassen. Aber nee, statt Korrektoren zu zahlen, lieber mit Gutscheinen um sich werfen. Ts, ts, ts … und jetzt geh‘ ich zurück an meine eigentliche Arbeit …

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