Als die Rechtschreibreform Ende der 1990er Jahre eingeführt wurde, gab es reichlich Skeptiker, Zweifler und Mahner. Mit Hochachtung erinnere ich mich an die Entscheidung der FAZ, diesen Unsinn nicht gänzlich zu übernehmen. Mein Eindruck, mein Gefühl der letzten Jahre sagt mir, dass statt einer leichteren einheitlichen Schreibweise die Schreibweise der Bevölkerung jetzt viel beliebiger geworden ist: jeder schreibt nun so, wie er es als richtig empfindet, weil kaum noch jemand wirklich alle Regeln kennt und beherrscht.

So traurig wie es ist, aber offensichtlich ist es nicht nur eine gefühlte Verschlimmbesserung der Schreibweisen gewesen, sondern ein echter K.o.-Schlag für die Rechtschreibsicherheit in diesem Lande. Das Gefühl wird Gewissheit: wie eine Studie des Germanisten Uwe Grund zeigt, hat sich die Fehlerhäufigkeit bei Schülern verdoppelt – und das viele Jahre nach der Einführung der Rechtschreibung! Jahre also, in denen zwar die Erwachsenen womöglich von zwei Rechtschreibweisen verwirrt wurden, in denen aber die nachfolgende Generation nur noch in dieser einen Schreibweise unterrichtet wurde. Dieser ganze Mist mit den Änderungen von Groß- und Kleinschreibung, von Zusammen- und Getrenntschreibung ist grad‘ für die Katz‘! Und ich würde mich wirklich wünschen, wir gingen wieder zur alten Rechtschreibung zurück. Falls jemand eine Unterschriftenliste kennt: ich unterschreibe sofort!

Die Skeptiker hatten recht

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