Als eine potentielle Kundin ärgere ich mich gerade mächtig über einen großen Verlag mit Sitz in Bonn und in vielen weiteren Städten. Der Verlag hat einen Schwerpunkt auf Wirtschaftsthemen und beim Surfen im Web bin ich über ein Werbeangebot gestolpert. So das typische Angebot, um für ein Produkt neue Abonnenten zu gewinnen, mit einem Buchgeschenk für 30 Tage Probelesen, danach wird das Abo kostenpflichtig. Das Buchgeschenk fand ich reizvoll (klar, selbst als Werberin bin nicht immer davor gefeit) und so habe ich das Formular ausgefüllt und bestellt.

Was dann folgte, war aber eher ein ernüchterndes Prozedere. Erst einmal bekam ich eine Mail mit dem Dankeschön, dass ich das Produkt kostenpflichtig abonniert hätte. Wo bitte war hier noch einmal der Hinweis auf das Probelesen? Das hat mich schon ziemlich irritiert. Dann hätte laut Angebotsseite eigentlich noch das ausgelobte Praxishandbuch kommen sollen. Stattdessen kam ein 8-seitiges PDF zum Thema Krisen-PR – was mich eigentlich nicht sonderlich interessierte. Nun dachte ich, das sei vielleicht noch ein nützliches Extra, das im Angebot nur nicht aufgeführt ist. Also habe ich gewartet, ob das versprochene Buchgeschenk kommt. Das kam nicht. Stattdessen kam das Abo-Produkt per Post, ein 8-Seiter mit Drahthäkchen zum Einheften in einen Ordner. Das war aber auch nicht das, was mich brennend interessierte. Also habe ich noch einmal ein paar Tage gewartet. Dann habe ich eine Hotline angerufen und nachgefragt, wann das Buchgeschenk denn käme. Der freundliche Mann in der Leitung sagte, er könne mir dazu nichts sagen, weil in der Datenbank nichts von einem Buchgeschenk hinterlegt ist, aber er würde die Info weiterleiten, dass mir bei meiner Bestellung etwas fehlt. Jetzt ist die Woche vorbei und es ist immer noch nichts gekommen. Also habe ich heute morgen wieder bei der Hotline angerufen (doch, die arbeiten auch an einem Samstag) und hatte eine freundliche Dame in der Leitung. Sie könne mir nichts sagen, in ihrer Datenbank sei ein Praxishandbuch als Buchgeschenk nicht hinterlegt, sie könne es nur weiterleiten.

Die 30-Tage-Testphase ist bald vorbei und ich habe noch immer nichts von dem versprochenen Buchgeschenk gesehen.

Ist das Absicht oder ist es verdusselte Doofheit, den potentiellen Neu-Abonnenten erst die Nase lang zu machen und sie dann so in die Irre zu führen?

Bevor ich weitere Zeit verschwende und darüber weitergrübele, ob das nun miese Geschäftspolitik oder miese Geschäftsorganisation ist, werde ich einfach eines tun: das Probe-Abo kündigen.

Aber garantiert werde ich nie wieder auf irgendwelche attraktive Probe-Abos von diesem Verlag reinfallen. Als potentieller Neu-Kunde bin ich erfolgreich vergrault worden.

Erfolgreich Neu-Kunden vergraulen
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